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Akustikprojekt

EIP-Projekt „Beetle Sound Tube" zur akustischen Früherkennung von vorratsschädlichen Insekten

Die Früherkennung von Befall ist für die Bekämpfung von lagerschädlichen Insekten von großer Bedeutung. Gängige Verfahren, wie die Messung der Temperatur greifen erst sehr spät, wenn der Befall weit fortgeschritten und der Schaden groß ist. Die Erfassung von Fraß- und Bewegungsgeräuschen einzelner Insekten in Getreidesilos wäre eine Möglichkeit, Befall schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen und geeignete Bekämpfungsmaßnahmen, wie z.B. den Einsatz von biologischen Gegenspielern einzuleiten.

Die akustische Identifikation von Schadinsekten stellt eine große Herausforderung dar. Da die Tiere nicht akustisch miteinander kommunizieren, sind die einzig verfügbaren Geräusche relativ leise Fraß- und Bewegungsgeräusche, die nicht nur vom Insekt sondern auch stark vom umgebenden Substrat abhängig sind. Fraßgeräusche in harten, trockenen Vorräten unterscheiden sich von denen in weichen oder gemahlenen Substraten. Auch die Entfernung, in der ein Signal wahrgenommen werden kann, ist abhängig vom Substrat und dessen Schallleitungseigenschaften.

Das „Beetle Sound Tube"-Projekt baut auf den Ergebnissen des BLE-Innovationsprojektes „InsectTap" auf, bei dem in das Julius Kühn-Instituts in Kooperation mit der Universität Kassel und den Firmen WEDA und MEODAT Versuche zur Erkennung von Insektengeräuschen in Getreide gemacht hat. Dafür wurden am JKI Metallröhren entwickelt, die die Insektengeräusche aus dem Getreide bündeln und zu einem Mikrofon weiterleiten sollen. Eine Metallröhre mit kleinen Löchern wurde als Käferfalle getestet, in der Insektengeräusche besonders deutlich zu hören sind.
Versuche mit Kornkäferpopulationen in Getreidemengen von 1 m³ (ca. 720 kg) bzw. 8 m³ (ca. 5770 kg) zeigten, dass sich die Käfer akustisch etwa 8 Wochen früher erkennen lassen, als es mit konventionellen Methoden wie z.B. Temperaturmessungen möglich war (Müller-Blenkle et al. 2016).

Im „Beetle Sound Tube"-Projekt soll das Röhrensystem verbessert und eine automatisierte Software zur Bestimmung des Befalls entwickelt werden. Das „Beetle Sound Tube"-System wird bis 2022 in mehreren Brandenburger Betrieben dauerhaft in Silos installiert, getestet und weiterentwickelt.

Am Ende des Projektes soll ein für Landwirte und Lagerhalter erschwingliches und einfaches akustisches Früherkennungssystem für vorratsschädliche Insekten zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen
http://agrathaer.de/de/referenzen/eip___beetle_sound_tube/
https://www.netzwerk-laendlicher-raum.de/themen/eip-agri/

Müller-Blenkle, C., C. Adler und S. Kirchner (2016). Akustische Früherkennung von Schadinsekten in Vorräten (InsectTap). 60. Deutschen Pflanzenschutztagung, Halle, 20.-23.9.2016: 344-345.

Gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) www.eler.brandenburg.de