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Wussten Sie, dass ...?

Vorratsschutz

...der Name der Mehlmotte Ephestia kuehniella auf Philipp Christoph Zeller (1879) zurück geht? Er benannte die Art zu Ehren von Julius Kühn, der ihm dieses Schadinsekt aus einer Mühle in Halle zukommen ließ, in der Weizen aus Amerika vermahlen wurde. Julius Kühn (1825-1910) war der Begründer des Landwirtschaftlichen Instituts in Halle/Saale und der modernen Phytopathologie in Deutschland. Nach ihm wurde das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen benannt.

...Hygiene' ein definierter Begriff für den Umgang, die Herstellung usw. von Lebens- und Futtermitteln ist? Im Vorratsschutz ist der Begriff ‚Sauberkeit' z. B. im Lager zutreffend!

...bei der Anwendung von sehr giftigen und giftigen Begasungsmitteln zusätzlich strenge Regelungen zu beachten sind und dies seit fast 30 Jahren (gemäß Gefahrstoffverordnung seit 1.Oktober 1986; aktuell im März 2015-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008)? Wichtige Hinweise für Begasungen sind in der sogenannten TRGS 512 aufgeführt.

...Biozidprodukte für die Bekämpfung von Schaderregern im Sinne der Hygiene im Lebens- und Futtermittelbereich, Gesundheitsschutz und im Materialschutz, aber auch des Vorratsschutzes eingesetzt werden? Dies ist der Fall, wenn die Hygienemaßnahme im Vordergrund steht.

...Kohlendioxid bislang nicht als Pflanzenschutzmittel im ökologischen Anbau ausgewiesen ist (Stand: März 2015)?

...Lockstoff-Mottenfallen im Vorratsschutz nicht zur Bekämpfung zugelassen sind? Sie dienen vielmehr der Befallskontrolle, weil sie mittels eines Sexuallockstoffes einen Teil der Männchen anlocken können.

...man in manchen tropischen Ländern mit Pfeffer und anderen Gewürzen das lagernde Getreide recht erfolgreich schützt? Andere Insektenarten, wie der Brotkäfer, wiederum können sich wiederum gerade in diesen Gewürzen entwickeln.

 

Schadorganismen

...die frisch aus dem Ei geschlüpften Larven vorratsschädlicher Motten durch Öffnungen von nur circa 0,2 mm Durchmesser in Lebensmittel einwandern können? Lockere Schraubdeckel, Blechdosen und viele noch verschlossene Lebensmittelpackungen wirken deshalb wie ‚offene Eintrittspforten'.

...der Geruchssinn bei Insekten auf den Fühlern liegt, die eine Vielzahl von Sensillen aufweisen?

...gesundes Weizenkorn schwerer ist als Wasser, während vom Kornkäfer ausgefressene Körner an der Wasseroberfläche schwimmen? Dies prüft man mit einem sogenannten Schwemmtest und kann, wenn die Körner aufgebrochen werden, auch feststellen, ob der Befall noch lebt oder durch eine Pflanzenchutzmaßnahme abgetötet wurde.

...vorratsschädliche Insekten in ihrer kleinen Welt geräuschvoll agieren? In dem Forschungsvorhaben ‚InsectTap' im Fachbereich ‚Vorratsschutz' des JKI werden die Fraß- und Bewegungsgeräusche aufgenommen. Ziel ist deren Nutzung in einem automatischen akustischen Frühwarnsystem für Getreidesilos.

... Schwarzkäfer (Tenebrionidae ) wie die Reismehlkäfer Tribolium castaneum, Tribolium confusum und Tribolium destructor bei Bedrohung Chinone abgeben, die das Mehl, in dem die Käfer leben, rosa verfärben? Die Chinone verändern den Geruch, Geschmack und die Backqualität des Mehls nachteilig und machen daraus hergestellte Backwaren ungenießbar.

 

Anwendungsgebiete von Pflanzenschutzmitteln

...Pflanzenschutzmittel, die für die Behandlung von ‚Räumen in Anwesenheit von Vorratsgütern' zugelassen sind, auch für eine reine Leerraumbehandlung eingesetzt werden können?

...Mehle und Gries einfach verarbeitete Pflanzenerzeugnisse sind, während Müsli bereits als Verarbeitungsprodukt und Mischung verschiedener Komponenten gilt?

...sich die Wartezeit bei Begasungen auf den Zeitpunkt bezieht, zu dem der Begasungsleiter die behandelten Vorratsgüter frei gibt? Und die Wartezeit bei Leerraumbehandlungen, die Zeit zwischen dem Ende der Behandlung nach Lüftung und Einlagerung der Vorratsgüter beschreibt?

...getrocknetes Obst und Gemüse zu den Pflanzenerzeugnissen zählen, während frisches Obst und Gemüse lebende Teile von Pflanzen (Früchte und Samen) sind?

...Mais unter dem Begriff ‚vorratslagerndes Getreide' subsummiert wird, während es bei den Ackerbaukulturen nicht zum Getreide gerechnet wird? Zum vorratslagernden Getreide gehören Buchweizen, Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen), Hirse, Reis, und eben Mais.

...Getreideerzeugnisse zu den Vorratsgütern zählen? Es werden Mahlerzeugnisse (z. B. Getreidemehl, Grieß, Mahlkleie, Schrot), Schälmühlenerzeugnisse (Getreideflocken, Graupen, Schälkleie) und Maisstärke unterschieden.

...die zugelassene Behandlung von Räumen in Anwesenheit von Vorratsgütern nicht gleichzeitig als Pflanzenschutzmaßnahme im Vorratsgut selbst verstanden wird? Ein Rückbefall aus dem mitbehandelten befallenen Vorratsgut ist deshalb nicht auszuschließen.

...man im Vorratsschutz unter Schalenobst, z. B. Esskastanien, Haselnüsse, Kaschunüsse (Cashewnüsse), Kokosnüsse, Macadamia, Mandeln, Paranüsse, Pecannüsse, Pinienkerne, Pistazienkerne, Walnüsse, versteht?

...z. B. Baumwollsaat, Erdnüsse, Kapoksamen, Kürbissamen, Leinsamen, Mohnsamen, Palmkerne, Rapssamen, Rübsensamen, Saflorsamen, Senfsaat, Sesamsaat, Sojabohnen, Sonnenblumenkerne zu den Ölsaaten gehören?

...fetthaltige Samen der Sammelbegriff für Ölsaaten, Rohkakao und Schalenobst ist?

 

Verluste nach Ernte

...geschätzte 4 - 10 % der geernteten Pflanzenerzeugnisse nach der Ernte in Europa einschließlich Russland verloren gehen (FAO), bevor sie die Weiterverarbeitung und den Handel erreichen?

...die Lebensmittelverluste und Abfälle weltweit aufjährlich 1,3 Milliarden Tonnen geschätzt werden (FAO), davon fallen 30 % auf Getreide und 45 % auf Früchte und Gemüse sowie 20 % auf Ölsaaten und Hülsenfrüchte? Somit wird ca. 1/3 aller für die menschliche Produktion hergestellten Lebensmittel mit wertvollen Ressourcen sinnlos produziert und Treibhausemissionen, Erderwärmung und Klimawandel unnötig verursacht.